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Jeder dritte Deutsche leidet an einer Allergie – Tendenz steigend. Äpfel und Nüsse, Kosmetika, Nickel und Tierhaare zählen ebenso zu den Allergie auslösenden Stoffen wie Pollen von Gräsern und Bäumen. Als Unfallrisiko werden Allergien bislang meist unterschätzt. Sowohl die Allergiesymptome selbst als auch diverse Gegenmedikamente können das Fahrvermögen gefährlich einschränken – ähnlich wie Alkoholkonsum und Übermüdung. 

Ca. 15 Prozent der Bevölkerung leiden an allergischen Erkrankungen durch Pollenallergien, insbesondere allergischem Schnupfen und allergischem Asthma. Der klassische Heuschnupfen mit Niesattacken, Schnupfen, tränenden Augen und Juckreiz – oft kombiniert mit allergischen Asthma – ist nicht nur lästig. Er führt mit Schlaf- und Konzentrationsstörungen zu einer starken Leistungsminderung und stellt damit ein ernsthaftes Risiko bei der Teilnahme am motorisierten Straßenverkehr dar. Die Hauptbeschwerden treten von März bis Juli durch Allergien gegen Pollen von Bäumen und Sträuchern – insbesondere Hasel, Erle und Birke – sowie von Gräsern und Getreide auf. 

Wie bei allen (vorübergehenden) Erkrankungen bzw. Leistungseinbußen, sollte man sich als Betroffener jeweils vor Fahrtantritt einer kritischen Selbstüberprüfung unterziehen. Doch gerade bei krankheitsbedingten Leistungsschwächen ist die Gefahr der Selbstüberschätzung groß. 

Auch bei Medikamenten gegen Allergien (so genannten Antihistaminika) lauern Gefahren. Sie besitzen vielfach einen beruhigenden (sedierenden) Effekt. Bei falscher Dosierung kann dies zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Fahreignung führen. Es ist daher unbedingt ratsam, allergische Symptome vom Arzt untersuchen zu lassen. Doch nach Erkenntnis der Deutschen Gesellschaft für Allergie und klinische Immunologie lässt sich nur etwa die Hälfte der Allergiker ärztlich behandeln. Viele versuchen dagegen, sich selbst zu kurieren.

Technisch lässt sich die Allergenbelastung im Auto durch entsprechende Filter im Belüftungssystem senken. Überall dort, wo frische Luft ins Auto strömt, können auch Staub, Ruß, Pollen und Abgase in den Fahrzeuginnenraum eindringen. Neue Kraftfahrzeuge werden üblicherweise mit Innenraumfiltern ausgestattet, die die Zuluft in den Fahrzeuginnenraum säubern. Derzeit gibt es reine Partikelfilter und so genannte Kombifilter. Während die feinporigen Partikelfilter vorwiegend aus Vliesmaterialien gefertigt werden, sind modernere Kombifilter zusätzlich mit einer Aktivkohleschicht ausgerüstet, die auch eintretende Gase und unangenehme Gerüche weitgehend neutralisiert. 

Die Filter sollten alle 15.000 Kilometer oder einmal im Jahr gewechselt werden. Sind sie verstopft oder gar feucht, bildet sich zusätzlich zum Allergierisiko ein gefährlicher Nährboden für Schimmelpilze und Bakterien. Und dann könnten die gesundheitlichen Probleme der Allergiker schnell noch größer werden.

 (Quelle: Deutscher Verkehrssicherheitsrat e.V.)