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Um Gefahren zu vermeiden, sollten Autofahrer in Autobahnbaustellen die Geschwindigkeit verringern und ausreichend Abstand zum Vorausfahrenden halten. Das sagte Carla Bormann, Pressereferentin beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) in Bonn.
Baustellen zählten zu den unfallkritischen Punkten im Straßenverkehr. Das bestätigte zuletzt ein aktueller Test des ADAC in München, der den Langzeitbaustellen in Europa in punkto Sicherheit insgesamt nur Mittelmaß bescheinigte.
Der Automobilclub hatte zusammen mit Partnerclubs die Sicherheit von 50 Langzeitbaustellen in elf europäischen Ländern untersucht. Dabei erreichten die deutschen Baustellen hinter Österreich Platz zwei. Testverlierer war Spanien. Kritikpunkte der Tester waren unter anderem die Beschilderung, eine verwirrende Spurführung, fehlende Pannenbuchten sowie unübersichtliche Ein- und Ausfahrten. Der ADAC fordert daher bessere und einheitliche Sicherheitsstandards.
Laut Carla Bormann können auch die Verkehrsteilnehmer zu mehr Sicherheit in den provisorischen Streckenabschnitten beitragen. So würden in Baustellen immer wieder unangepasstes Tempo und zu geringe Abstände festgestellt. Dadurch erhöhe sich die Gefahr von Auffahrunfällen. Bei zu hoher Geschwindigkeit im Bereich von Fahrbahnverschwenkungen könnten Autofahrer außerdem leicht von der Fahrbahn abkommen. Die DVR-Expertin wies auch auf die Gefahr seitlicher Zusammenstöße mit anderen Fahrzeugen oder Trennwänden hin.
Die Geschwindigkeit zu drosseln, ist laut Bormann umso wichtiger, da in Baustellen mit ihren vielen Hinweis- und Warnschildern sowie verschwenkten und eingeengten Fahrbahnen ohnehin die Gefahr einer «Reizüberflutung» besteht. Umfragen zeigten, dass sich mehr als 80 Prozent der Autofahrer in Baustellen überfordert fühlen. Bormann rät daher zu erhöhter Aufmerksamkeit - auch, weil ständig mit Behinderungen durch Bauarbeiter und Baufahrzeuge zu rechnen ist.
Ein weiterer Punkt zur Verbesserung der Sicherheit im Bereich von Autobahnbaustellen betrifft der Expertin zufolge das Einfädeln. «Hier muss seit 2001 das Reißverschlussverfahren angewendet werden», sagt Bormann. Dabei müssen Fahrzeuge auf der blockierten Spur bis zum Ende vorfahren. Die Fahrer auf der freien Bahn müssen sie abwechselnd vorlassen. Nur so werde der Verkehrsfluss erhalten, außerdem erhöhe sich sonst das Risiko von Auffahrunfällen.
«Die verbreitete Meinung, dass sich die Autofahrer kurz vor Schluss "hineindrängeln", ist falsch», betont Bormann. Wer das Einordnen nach dem Reißverschlussprinzip behindert, riskiere ein Bußgeld von 20 Euro.
(Quelle: DVR)
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