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Gruppenfahrten 

Viele Motorradfahrer verbinden die Freude an einer Tour mit dem Gruppenerlebnis.

Mit einer Gruppe Gleichgesinnter lassen sich Fahrten über kurvenreiche Strecken oder im Gebirge nun mal besser genießen. Zudem gibt es bei den Halten oder Übernachtungen immer einen Gesprächspartner. 

Gruppenfahrten unterliegen aber auch eigenen Gesetzen: 

Als erstes muss eine Gruppengröße festgelegt werden. 

Es gibt zwar prinzipiell keine verbindliche Zahl, in der Praxis aber zeigt sich, dass man bis zu einer Größe von 10 Motorrädern zügig über die Straßen zu seinem Ziel fahren kann.

Um eine stressfreie Fahrt zu gewährleisten, sollten die Gruppenmitglieder in ihrem Fahrverhalten einander ähneln.

Ist dies nicht zu erreichen, muss sich die Gruppe trennen, um harmonisch zum Ziel zugelangen.

In den meisten Fällen überwiegt aber der Spaß an der gemeinsamen Unternehmung und es fällt nicht schwer, sich den Gegebenheiten anzupassen. 

Des Weiteren muss je nach Länge und Dauer der Ausfahrt zumindest einer der Teilnehmer die Tour organisatorisch ausarbeiten.

Dazu gehören  vor allem die Erkundung der Fahrtstrecke, die Festlegung der Pausenzeiten und Pausenpunkte, sowie die Feststellung der Übernachtungsmöglichkeiten. In größeren Gruppen müssen alle Teilnehmer an jedem Tag der Fahrt über den Tagesablauf informiert sein.

Meist ist dies am besten durch die schriftliche Form mit einer Planskizze zu erreichen. In der Skizze sind der Fahrtverlauf und die Haltepunkte eingezeichnet. Auch die Handynummer des Organisators ist dort schriftlich niederzulegen.

Ist kein Handy vorhanden, sollte ein Festnetzanschluss in der Heimat bestimmt sein, der auch über die gesamte Fahrtzeit hin besetzt ist. Die Person am Festnetzanschluss kann von zu Hause aus koordinieren.

 Der Tourleiter ist der Vorausfahrende. 

An ihn werden gewisse Anforderungen gestellt. Er muss seine Maschine souverän beherrschen und auch in außergewöhnlichen Situationen im Sinne der Gruppendynamik ruhig bleiben.

Die Gruppe ist ständig im Rückspiegel zu beobachten. Der Vorausfahrende benötigt einen guten Orientierungssinn und sollte die Fahrtroute bereits im Kopf abgespeichert haben.

Er sollte die Fähigkeit besitzen, bei der Fahrt einen Überblick über alle Verkehrsabläufe in und außerhalb der Gruppe zu bewahren.

Zudem wird ein rechtzeitiges und berechenbares Handeln ( z. B. beim Anhalten, beim Richtungswechsel )  von ihm erwartet. 

Anforderungen an die Tourteilnehmer:

  • Die Reihenfolge der Motorräder wird zu Beginn der Fahrt festgelegt. Sie bleibt bei der Fahrt gleich. Die einzelnen Gruppenmitglieder überholen sich gegenseitig nicht.
  • Die leistungsschwächste Maschine fährt an Platz zwei.
  • Wenn die Strecke es zulässt wird versetzt gefahren. 
  • Jedes Gruppenmitglied sucht das nachfolgende Motorrad regelmäßig im Rückspiegel.
  • Geht der Kontakt zu Hintermann verloren, wird an der nächsten geeigneten Stelle angehalten. Diese Vorgehensweise wird u. U. bis zum Tourleiter fortgesetzt. 
  • Der Sicherheitsabstand wird immer eingehalten. 
  • Der Blick nach vorne reicht nicht nur bis zum Vorausfahrenden sondern wechselt ständig zwischen diesem und dem Streckenverlauf. 
  • Das Fahrverhalten muss für die Nachfolgenden jederzeit berechenbar bleiben. 
  • Bei einem Überholvorgang oder anderen fahrtechnischen Vorgängen ist jedes Gruppenmitglied für sich selbst verantwortlich. 
  • Bei schlechter Witterung hält der erste der Gruppe rechtzeitig an, damit die Regenbekleidung angezogen werden kann. 
  • Auf fahrerisch reizvollen Streckenabschnitten wird die Gruppe aufgelöst. Es ist freies Fahren angesagt. Ein gemeinsamer Treffpunkt wird vorher festgelegt.